Verkürzen oder nicht?

Anfang 2018, kurz nach der Zwischenprüfung, kam unser Klassenlehrer auf Christina und mich zu und legte uns nahe, doch mal über eine Verkürzung der Ausbildungszeit nachzudenken. Für Christina und mich war im ersten Moment ganz klar, dass wir das nicht machen. Ein halbes Jahr weniger Zeit zum Lernen? Bedenken und Sorgen machten sich breit, dass wir unser Ziel, die Ausbildung mit mindestens „gut“ abzuschließen, so nicht erreichen können. Wir beratschlagten uns nahezu jeden Tag, aber je öfter wir darüber sprachen, umso kleiner wurden unsere Bedenken.

Nach den Ergebnissen der Zwischenprüfung, die wir beide mit „sehr gut“ bestanden hatten, setzten wir uns mit unserem Geschäftsführer zusammen. Auch er legte uns nahe, die Ausbildung zu verkürzen. Er habe gar keine Bedenken, dass wir das nicht auch so abschließen würden, wie wir uns das zu Beginn der Ausbildung vorgenommen hatten. Der Entschluss war also gefasst. Dann ging es auch schon los: Anträge ausfüllen, abschicken und auf Rückmeldung warten. Kurz darauf kam auch schon die Bestätigung der IHK: Unsere Anträge waren durch, die Ausbildungszeit konnte auf 2,5 Jahre verkürzt werden. Jetzt wurde es ernst.

Die schriftlichen Prüfungen

Allzu viel Zeit hatten wir nicht mehr bis zu den Prüfungen. Zwei schriftliche und eine mündliche Prüfung mussten vor der IHK abgelegt werden. Ende November 2018 waren die schriftlichen Prüfungen an der Reihe. Zum Glück hatten Christina und ich uns während unserer Ausbildungszeit für den „Azubi-Lernraum“ eingesetzt, sodass wir zu festen Zeiten im Betrieb für unsere Prüfungsvorbereitung lernen konnten. Auch an den Wochenenden saßen wir zusammen und büffelten.

Am Tag der Prüfung waren wir beide so aufgeregt, dass wir schon eine Stunde zu früh am Prüfungsort ankamen. Nun war es also so weit. Zahlt sich das Lernen aus? Welche Fragen werden gestellt? Kann ich alles beantworten oder habe ich mir mit der Verkürzung etwas eingebrockt, was ich später bereuen werde? Als wir die Stadthalle Bünde betraten, wurden uns Plätze zugewiesen. Die Prüfungsbögen lagen schon auf den Tischen. Es ging los, 8:00 Uhr war Anpfiff. Die Zeit verging wie im Flug und so standen wir um 11:00 Uhr draußen und hatten die schriftlichen Prüfungen geschafft. Wir konnten es kaum glauben.

Die mündliche Prüfung

Das Warten auf die mündliche Prüfung Ende Januar kam mir aufgrund des Jahreswechsels und der Vorbereitung auf unsere zukünftigen Aufgaben als Fachkräfte nicht lang vor. Christinas Prüfung startete um 11:30 Uhr; ich hingegen musste noch bis zum Nachmittag warten. Nach der Prüfung rief sie mich an und erzählte mir, was abgefragt wurde. Sie hatte mit der Note „2“ bestanden und war überglücklich. Kurz vor meiner Prüfung stieg meine Aufregung ins Unermessliche. Werde ich ähnliche Fragen bekommen? Kann ich die Prüfung ebenfalls so gut ablegen?

Um 15:00 Uhr war ich an der Reihe. Im Vorbereitungsraum wurden mir zwei Situationsbeschreibungen vorgestellt, von denen ich mir eine aussuchen durfte. Als meine Entscheidung getroffen war, konnte ich mich 20 Minuten lang auf die Aufgaben vorbereiten. Danach wurde ich in den Prüfungsraum gebracht. Aufgrund meiner Aufregung vergaß ich sogar, mich vorzustellen. Nun begann die Prüfung, und tatsächlich, ich hatte genau die Fragen bekommen, die Christina ebenfalls beantworten musste. Darauf hatte ich mich auf die Schnelle noch vorbereitet. Im Endeffekt war die Prüfung schnell geschafft und da stand ich nun mit meiner Prüfungsbescheinigung. Auch ich konnte die Prüfung mit „gut“ bestehen. Ab jetzt bin ich also Fachkraft bei AUBI-plus.

Abschließende Worte

Ich möchte mich bei allen Beteiligten für den reibungslosen Ablauf meiner Ausbildung bedanken. Die Lehrer und vor allem die Geschäftsführung von AUBI-plus haben uns keine Steine in den Weg gelegt, sondern standen uns jederzeit unterstützend zur Seite. Auch unseren Abteilungsleitern, Mentoren, Kolleginnen und Kollegen, die uns hier nicht nur nach den Prüfungen einen Empfang mit Luftballons, Luftschlangen und netten Worten bereitet hatten, sondern uns auch während der Ausbildung stets motiviert, aber auch mal zurechtgewiesen haben, wenn es nötig war, möchte ich herzlich für die tolle Zeit danken. Ein besonderer Dank geht aber an dich, Christina. Du bist in den letzten Jahren nicht nur meine Kollegin und Mitschülerin gewesen, sondern auch eine sehr gute Freundin geworden. Wir haben uns gegenseitig gestützt und geholfen. Ich werde mich ewig an unsere gemeinsamen, großartigen 2,5 Jahre erinnern.

Auf die nächsten Jahre!


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